Sonntagabend, 19 Uhr

Während der Vorlesungszeit bieten die evangelische und katholische Universitätsseelsorge am Sonntagabend Gottesdienste an, die abwechselnd in ökumenischer, katholischer (Eucharistie) und evangelischer Form gefeiert werden. Hierzu sind alle Universitätsangehörige und Interessierte herzlich eingeladen.

Gestaltet werden diese Gottesdienste, die normalerweise in der Elisabethenkirche in der Sandstraße statfinden, von Studierenden und Universitätsangehörigen. Selbstverständlich ist auch eigene Mitgestaltung erlaubt und erwünscht. 

Aktuell finden die Unigottesdienste in der evangelischen Erlöserkirche am Kunigundendamm statt und nicht in St. Elisabeth. Da diese Kirche deutlich größer ist, können dort auch die Auflagen zum Schutz aller Mitfeiernden vor dem Coronavirus besser umgesetzt werden als in der kleinen Elisabethenkirche.

In der Kirche St. Elisabeth in der Sandstraße finden die Unigottesdienste seit dem Sommersemester 2009 statt. Seitdem werden sie gemeinsam von der Evangelischen und Katholischen Universitätsseelsorge verantwortet und in zwei liturgischen Traditionen gefeiert.

Ortswechsel und Neuorientierung

Seit Jahrzehnten sind die Universitätsgottesdienste ein fester Bestandteil des Hochschullebens an der Universität Bamberg. Wurden sie lange Zeit allein als katholische Messe in St. Martin gefeiert, so änderte sich dies nun zum Sommersemester 2009. Dank der jahrelangen guten ökumenischen Zusammenarbeit der Evangelischen Studierendengemeinde (esg) und Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) an der Bamberger Universität war die Zeit reif, auch beim gottesdienstlichen Angebot neue, ökumenische Akzente zu setzen: Katholische und evangelische Liturgie-Tradition werden nebeneinander und in geschwisterlicher Verbundenheit gefeiert.

Einher ging diese Neuorientierung auch mit einem Ortswechsel: Mit der ehemaligen Spitalkirche St. Elisabeth in der Oberen Sandstraße, bekannt durch die „Sandkerwa“, steht ein zwar kleinerer, in seiner Schlichtheit aber ausdrucksstarker Kirchenraum zur Verfügung. Andreas Barthel, Mitglied der „Studentischen Initiative Uni-Gottesdienst“ erklärt: „Die kleine Elisabeth-Kirche eröffnet uns ganz neue Möglichkeiten der Gestaltung, weil wir nicht in den Rahmen eines Pfarreigottesdienstes eingebettet sind. Dadurch können wir Gottesdienste von Studierenden für Studierende feiern.“ Auch für Diakon Klaus Komp, Hochschulseelsorger an der KHG, war dies der Hauptgrund für den Wechsel, denn „Studierende und Hochschulangehörige haben andere Bedürfnisse als eine fest umrissene Pfarrgemeinde, diese können nun in den offen gestaltbaren Raum der Kirche St. Elisabeth eingebracht werden“. Aber nicht nur die Bedürfnisse können mehr berücksichtigt werden, auch die Fähigkeiten und vielfältigen Talente von Studierenden und Universitätsangehörigen können in der Elisabethenkirche besser eingebracht werden. Anne Maria Kokert von der „Studentischen Initiative Uni-Gottesdienst“ bringt es auf den Punkt: „Endlich können auch Studierende sich aktiver in den Uni-Gottesdienst einbringen. Meine Kommilitonin und ich werden in einem Gottesdienst die Feier mit unseren Querflöten unterstützen“.

Universitätsgottesdienste in katholischer und evangelischer Liturgieform
In St. Elisabeth werden Eucharistie und Abendmahl sowie katholische und evangelische Gottesdienste gefeiert. Dr. Alfons Motschenbacher, Leiter der KHG beschreibt den Neuaufbruch als „eine neue Form der Ökumene für Bamberg. Dabei geht es nicht etwa um eine Vermischung unterschiedlicher Traditionen, sondern darum, in den jeweils gewachsenen Liturgien und als Christen verschiedener Konfessionen miteinander Gottesdienst zu feiern. Bestehende Unterschiede sollen also nicht verdeckt, sondern gerade geachtet werden, so dass neben Vertrautem, Eigenem auch das Andere besser kennen gelernt werden kann.“ Für das „Problem“ der wechselseitigen Teilnahme bei der Eucharistie beziehungsweise beim Abendmahl orientieren sich die ökumenischen Veranstalter an bewährten Modellen anderer Gemeinden: All jene, die an der Kommunion nicht teilnehmen können oder wollen, sind jeweils eingeladen, einen persönlichen Segen mit Handauflegung zu empfangen.

Darüber hinaus gibt es zu Semesterbeginn und am Semesterende jeweils ökumenische Gottesdienste. Pfarrerin Jutta Müller-Schnurr von der esg ergänzt: „Diese Form der Gottesdienstgestaltung ist ein fester Bestandteil der gottesdienstlichen Ökumene von KHG und esg an unserer Universität geworden und soll deshalb auch an bestimmten Punkten in den Universitätsgottesdienst mit einfließen.“

Partner und Mitgestaltung

Neben der Universitätseelsorge, KHG und esg, die die Hauptorganisation tragen, gibt es noch weitere Partner. „Wir wollen möglichst vielen Leuten und Gruppen die Möglichkeit der aktiven Teilhabe an den Gottesdiensten geben“, erklärt Bernhard Staffa von der „Studentischen Initiative Uni-Gottesdienst“ und er fügt hinzu: „Dies kann sich in der Vorbereitung der Gottesdienste zeigen, in der musikalischen Gestaltung oder beispielsweise in der Übernahme des Lektoren beziehungsweise Kantorendienst.“ So wird der Uni-Gottesdienst am 28. Juni von den Stipendiaten und Stipendiatinnen des Cusanuswerks vorbereitet sowie vom KHG-Gospelchor „Flames of Gospel“ musikalisch gestaltet und am 12. Juli unterstützt der Chor des Collegium Oecumenicum den Gottesdienst. Neben anderen sind vor allem Professoren und Professorinnen sowie Dozierende der Universität als Liturgen und Prediger an den Gottesdiensten beteiligt.

Zu den Gottesdiensten, die immer sonntagabends um 19.00 Uhr während der Vorlesungszeit in St. Elisabeth im Sand stattfinden, sind alle Studierenden, Universitätsangehörige sowie Interessierte ganz herzlich eingeladen.